Parodontitis – das unterschätzte Gesundheitsrisiko

Die Parodontitis ist eine schwerwiegende Entzündungserkrankung des Zahnhalteapparates und bei Erwachsenen der Hauptgrund für einen Zahnverlust, wenn nicht rechtzeitig behandelt wird. Bei einer Parodontitis, die umgangssprachlich auch als Parodontose bezeichnet wird, ist das gesamte Zahnbett betroffen. Das den Zahn umgebende Zahnfleisch, das Bindegewebe sowie der Kieferknochen werden dabei durch Bakterien der Mundhöhle unwiederbringlich zerstört.

Darüber hinaus bestehen nachgewiesene Wechselwirkungen zwischen einer Parodontitis und Allgemeinerkrankungen. Da das kranke Zahnfleisch die Eintrittsstelle des Zahnes in den Kieferknochen nicht mehr abdichtet, können die Keime zusätzlich in den Blutkreislauf des Körpers gelangen und schwerwiegende Krankheiten auslösen: Die Entstehung eines Herzinfarktes, eines Schlaganfalls oder eine Rheumatoiden Arthritis kann somit durch eine Parodontitis begünstigt werden!

 

Ursachen

Am Anfang steht die Ansiedelung krankheitsauslösender Bakterien auf nicht entferntem Zahnbelag. In diesem Biofilm, einer zähen Schicht aus Speiseresten und Speichelbestandteilen, vermehren sich die Keime und scheiden während ihrer Stoffwechselprozesse Säuren und Giftstoffe aus. Daraufhin versucht das körpereigene Immunsystem, die Bakterien durch eine Vielzahl von Mechanismen zu beseitigen. An diesen Abwehrreaktionen sind Entzündungsstoffe und Enzyme beteiligt, die jedoch gleichzeitig zu einer Zerstörung von Kollagen und damit zu einem Bindegewebs- und Knochenverlust führen.

 

Risiken bei Parodontitis

Mehr als 80 Prozent der über 35-Jährigen leiden an Zahnbetterkrankungen. An erster Stelle der Risikofaktoren steht eine schlechte Mundhygiene: Verbleibt die aggressive bakterielle Plaque auf der Zahnoberfläche, entsteht zuerst fester, brauner Zahnstein und später Karies. In der Folge kann sich daraus eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) sowie im schlimmsten Fall eine Parodontitis entwickeln. Entzündungsauslösende Keime werden auch unter Partnern oder von den Eltern auf das Kind übertragen.

Eine ungesunde Ernährung mit süßen, klebrigen Speisen oder sehr sauren Säften sowie ein Vitamin-C-Mangel schwächen zudem die allgemeine Krankheitsabwehr. Rauchen vermindert die Durchblutung der Mundschleimhaut – das Zahnfleisch wird anfällig für Infektionen. Auch eine genetische Veranlagung, Stress, Hormon- und Stoffwechselstörungen oder eine falsche Zahnputztechnik können Verletzungen des Zahnfleischs und damit das Eindringen von Bakterien begünstigen.

 

Symptome

In der Anfangsphase einer Parodontalerkrankung fehlt häufig das Warnzeichen Schmerz. Wichtig ist es daher, folgende Anzeichen ernst zu nehmen, da ein bereits entzündetes Zahnfleisch die Ursache sein könnte: 

  • Zahnfleischbluten beim Zähneputzen
  • gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch
  • auf Wärme und Kälte empfindlich reagierende Zähne
  • Mundgeruch
  • Zahnfleischtaschen, aus denen Sekret oder Eiter austritt
  • länger wirkende Zähne durch freiliegende Zahnhälse (Zahnfleisch und Kieferknochen werden langsam zurückgebildet)
  • lockere Zähne (durch Knochenverlust im Spätstadium einer Parodontitis)

 

Therapie bei Parodontitis

Ob eine regelmäßige, professionelle Zahnreinigung ausreicht oder ob zusätzliche chirurgische Maßnahmen nötig sind, entscheidet der Befund der klinischen und röntgenologischen Untersuchungen durch Ihren Zahnarzt. Das Ziel einer anschließenden Behandlung ist die Reduzierung der Bakterien sowie die Beseitigung der Entzündung: Mithilfe von Scalern, Küretten und ultraschallbetriebenen Geräten werden Plaque und Zahnstein gründlich von Zahn- und Wurzeloberflächen auch unterhalb der Zahnfleischgrenze entfernt. Im Anschluss werden die Oberflächen geglättet; die gesamte Behandlung wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Weitere Verfahren wie antibakterielle Spülungen können die Therapie ergänzen.

Der beste Schutz vor Parodontitis ist eine sorgfältige Mundhygiene. Dazu gehört zwei- bis dreimal täglich das gründliche Zähneputzen sowie die Betreuung durch Ihren Zahnarzt. Unser speziell geschultes Team unterstützt Sie bei einer gezielten Vorsorge sowie der geeigneten Terminierung Ihrer Prophylaxesitzungen!